MEILLER Kundenportraits: Gemeinsam bewegen wir was!

Gemeinsam bewegen wir was!

Kundenportrait: Die TMG in Bitterfeld

Ist der Hof leer, dann ist es ein guter Tag

Leer. Kein Fahrzeug zu sehen soweit das Auge reicht. Der ganze Hof ist nahezu verwaist – und das ist gut so. Denn wenn Bernd Ehrlich aus seinem Bürofenster auf den Hof der ehemaligen Pionierkaserne blickt und kein Fahrzeug sieht, dann ist das für ihn ein guter Tag. Dann weiß der Geschäftsführer und Inhaber der TMG in Bitterfeld, dass seine Fahrzeuge im Einsatz sind und sein Unternehmen ausreichend Aufträge hat.

 

TMG Group - Bernd Ehrlich
Inhaber und Geschäftsführer Bernd Ehrlich

Rund 300 Mitarbeiter bedienen bei der TMG nahezu alles, was mit Transport und Logistik zu tun hat. Eine moderne Taxiabteilung mit einer gut ausgerüsteten Funkzentrale gehört ebenso dazu wie der nationale Güterfernverkehr, eine kompetente Lager- und Baustellenlogistik und eben die Schüttgutabteilung mit ihren MEILLER-Fahrzeugaufbauten.

TMG – die Abkürzung stehe für „Taxen, Mietwagen und Gütertransport“ könnte aber auch „Transport mit Güte“ oder „Transport mit Gewissen“ bedeuten wie Ehrlich beteuert. Der Name sei zudem eher ein Zufallsprodukt und mehr der Entstehungsgeschichte des Unternehmens geschuldet als einer ausgefeilten Werbestrategie. Das heutige Unternehmen entstand aus dem Taxibetrieb der Schwiegereltern. Nach der Wende gründet Bernd Ehrlich 1991 mit einem Freund den TMG-Fuhrbetrieb mit ein paar Taxen, einigen Lkws, Kleintransportern und zwei Sattelzügen. Aufträge gibt es genug, denn das sachsen-anhaltinische Bitterfeld verfügt auch nach der Wende über eine gut verladende Wirtschaft. „Hier war einer der größten Industriebetriebe der DDR ansässig, ein Chemiekombinat, ehemals IG Farben“, erklärt Ehrlich. Mitten drin die TMG, die dort für ihr Geschäftsmodell ein Gelände erwerben kann. Zu diesem Areal gehört auch der ehemalige Kasernenhof, der an diesem Vormittag nahezu verwaist ist.

Der Anfang war keineswegs leicht. „Wir sind damals sehr blauäugig gewesen“, bekennt der inzwischen erfahrene Geschäftsmann Ehrlich. Über viele Jahre sei man nur die Nummer zwei gewesen. Und dann habe auch noch sein Partner aus gesundheitlichen Gründen aussteigen müssen. Dennoch wächst das Unternehmen kontinuierlich und dank einer flexiblen Strategieführung gelingt der Sprung an die Branchenspitze in der Region. Flexibilität sei gefragt – bei Fahrern, aber auch dem Unternehmen selbst, so Ehrlich. Mit seinen 1,86 m Größe und seiner stattlichen  Figur spricht der Firmengründer das so gelassen und ruhig aus, dass man sich die dahinter steckende unternehmerische Kraft kaum vorstellen kann. Dabei steckt Ehrlich voller Energie und Tatendrang. Seine Kipper und auch die anderen Fahrzeuge kann er allesamt selbst bedienen. „Das hat bei mir Prinzip“, erklärt er knapp. Schließlich möchte er als Firmenchef nicht erst noch jemanden fragen müssen, wie etwas funktioniert, wenn er seinen Fahrern etwas zeigen wolle. Dass der Unternehmensgründer zupacken kann, stellt er permanent unter Beweis. Mit einem neuen Logistikkonzept inklusive Lagerung, Versand und Zulieferung hat er eine Branchennische besetzt, die ihm langfristigere Planungssicherheit verschafft. „Denn die Auftragslage kann sich jeden Moment ändern“, so Ehrlich. „Und dann muss sofort gehandelt werden.“

TMG beim Straßenbau
MEILLER Kipper beim Straßenbaueinsatz für die TMG.

Die Schüttgutabteilung mit ihren rund 120 Lkws und etwa 130 Fahren ist da besonders anfällig. Sie ist die größte Abteilung der TMG in Bitterfeld. Nahezu alle Fahrzeuge sind mit MEILLER-Aufbauten bestückt. „Das war ein längerer Kennenlernprozess, bei dem uns die Firma MEILLER aber letztlich überzeugen konnte“, bekennt Unternehmenschef Ehrlich. Den leidenschaftlichen Einkäufer – wie Ehrlich sich selbst bezeichnet – haben vor allem die robuste Konstruktion und die gute Verarbeitung überzeugt. „Sowohl die Zuverlässigkeit des Produkts als auch die Zuverlässigkeit im Service ist das, was mein Unternehmen braucht.“ Genau das biete MEILLER seinen Kunden. Ob Abbruchtätigkeiten oder der Bau von Straßen und Tunneln, mit denen die TMG Bitterfeld über Jahre ihr Geld verdient hat - hier sei die notwendige Robustheit gefordert. Auch der Bau von Deichen oder die Einsätze während der Jahrhundertfluten 2002 und 2013 hätten seine Fahrzeuge mit den MEILLER-Aufbauten bewältigen können. Da gehe es um alles, die Rettung von Hab und Gut, da müssen man sich auf das Gerät verlassen können, erklärt Ehrlich.

Notwendige Reparaturen führen Mitarbeiter der TMG selber durch - manchmal auch in den Werkstätten rund um den alten Kasernenhof. Vor allem aber dort, wo die Fahrzeuge im Einsatz sind. „Wir können witterungsbedingt mit der Schüttgutabteilung maximal sieben bis acht Monate im Jahr aktiv sein“, so Ehrlich. „Da können wir es uns nicht leisten, defekte Fahrzeuge erst noch in eine Vertragswerkstatt zu schicken.“ Gerade in diesem Bereich müsse man hart kalkulieren. Die Gewinnmargen seien nicht groß, und gutes Fahrpersonal nur noch schwer zu finden. Dem Beruf des Kraftfahrers fehle einfach die gesellschaftliche Anerkennung, die Löhne seien deshalb allgemein auf ein Hilfsarbeiterniveau gedrückt worden, beklagt der TMG-Chef. So fällt es schwer, Fahrer zu finden, die über Wochen fern von ihrer Familie für einen geringen Lohn arbeiten.

Dennoch schickt der 53-Jährige Fahrzeuge und Mitarbeiter durch die ganze Republik. Denn Ehrlich weiß, dass die großen Straßen- und Eisenbahnprojekte im Zuge der Deutschen Einheit nahezu erledigt sind. An ihnen hat die TMG aber über viele Jahre tatkräftig mitgewirkt. Die Liste der Vorzeigeprojekte liest sich wie das Sanierungskonzept für die neuen Bundesländer. Inzwischen müsse die Flotte aber auch mal für einen Auftrag nach Hamburg, Köln oder München geschickt werden, erzählt Ehrlich. So kann man Fahrzeuge in der auffälligen weiß-blau-mint-Lackierung auch schon mal durch die bayerische Landeshauptstadt fahren sehen. Wichtig ist: Die Auftragslage stimmt und die Kipper sind im Einsatz. Den Firmensitz im sachsen-anhaltinischen Bitterfeld möchte Ehrlich aber auf keinen Fall aufgeben. „Nach der Wende 1989 wollten fünf Millionen Ostbürger weg aus der ehemaligen DDR – ich war einer von ihnen. Aber ich bin geblieben, bis heute! Solange die Geschäfte laufen, bleibe ich mit meinem Unternehmen hier.“ Dabei blickt Ehrlich über den Hof, der an diesem Tag wie verwaist daliegt. Und er weiß: Es ist ein guter Tag.