MEILLER Kundenportraits: Gemeinsam bewegen wir was!

Gemeinsam bewegen wir was!

Kundenportrait Zosseder

Einer für alles

Firmeninhaber und Geschäftsführer Simon Zosseder jr. (links) mit Mitarbeiter
Firmeninhaber und Geschäftsführer Simon Zosseder jr. (links) mit einem Mitarbeiter.

Im Süden grüßt der Heuberg, die Unternehmenszentrale in Spielberg umrahmen Wiesen. In diesem Weiler, wenige Kilometer südlich von Wasserburg am Inn, hat die Firma Zosseder ihren Sitz. Wie viele andere mittelständische Unternehmen hat auch sie klein angefangen. „Mein Vater stammt aus einer Landwirtschaft, hat sich aber schon als junger Mann davon verabschiedet“, hebt  sein Sohn Simon Zosseder jr. an. „1967 hat er als Fuhrunternehmer mit zwei LKWs begonnen. Transportiert hat er Schüttgut, also Kies, Sand, Kalk und  Kunstdünger. Den ersten großen Sprung nach vorne hat er gemacht, als im Jahr 1967 am Inn Staustufen gebaut worden sind. Da hat er mit einem Fahrer in zwei Schichten Tag und Nacht diese Baustellen bedient. Und im Jahr 1974 ist der erste Absetzkipper für  Container-Mulden gekommen. Mein Vater war also im Landkreis Rosenheim ein Pionier im Containergeschäft.“

Heute arbeiten bei Zosseder exakt 268 Personen, allein die weißrote LKW Flotte umfasst 85 Fahrzeuge und das winzige Fuhrunternehmen hat sich längst zu einem vier bis fünf „Spartenhaus“ verwandelt. Simon Zosseder jr. hat sich an einem Samstagvormittag Zeit genommen, dessen Geschichte zu erzählen. Sie ist eine über Geschäftssinn, Mut und Weitsicht und hört sich an wie ein Kapitel aus dem Lehrbuch für den erfolgreichen Unternehmer. „Ich bin 1991 mit neunzehn Jahren eingestiegen. Davor habe ich bei MAN in Rosenheim KFZ Mechaniker gelernt und  die Kurse absolviert, die ich für meine zukünftige Position benötige. Damals war mein Vater noch der Chef. In diesem Jahr hat unsere Firma nur aus der GmbH für das  Fuhrunternehmen bestanden. Schritt für Schritt sind drei weitere dazukommen und seit 2005 bin ich Geschäftsführer aller GmbHs und einer Einzelfirma“.

Zosseder baut seine Geschäftsfelder planvoll auf. „ Nachdem wir mit einem ersten Bagger für die Erdbauarbeiten das Transportgeschäft erweitert haben, sind wir dann in Richtung Abbruch gegangen. Aber wir reißen nicht einfach mit der Eisenbirne ein; wir tragen ein Gebäude, eine Mauer oder eine Brücke Stück für Stück ab. Alles, von der Garage bis zum Industriegebäude“. Im Werbefilm aus dem Haus fallen in diesem Zusammenhang die Begriffe Kraft, Erfahrung und Feingefühl. Deshalb spricht er auch lieber von Rückbau als von Abbruch.  „Bevor es soweit ist“, sagt er,  „sind unsere Spezialisten vor Ort und achten auf die dort existierenden Wertstoffe und bewerten sie. Bei jedem Rückbau fallen ja verschiedene Materialien an, die wir anschließend selbst wieder verwerten. Recycelter Beton kommt in den Straßenbau, mit dem Altholz beliefern wir Spannplattenwerke. Der Kies wird gebrochen und gesiebt. Wir sortieren Kunststoffe raus und verbessern sie. Für Metall ist die „Altmetallverwertung Südbayern“ zuständig, auch eine GmbH von uns. Dort wird der Schrott zerschnitten und weiter aufbereitet . Wir sortieren auch E- Schrott in allen fünf Gruppen, das heißt, der Mixer wird genauso zerlegt wie die Waschmaschine oder der Elektroherd. Natürlich holen wir auch Wertstoffe wie Kabel und Spulen raus“. Sogar kontaminierter Gleisschotter wird gesiebt und weiter aufbereitet.

Zosseder Kundenservice
Kundenservice wird bei Zosseder groß geschrieben.

Simon Zosseder jr. gesteht, dass der Abbruch oder wenn man so will der Rückbau, ihm besonders am Herzen liegt. Er bezeichnet diese Säule deshalb als sein Steckenpferd. „Schließlich sind wir und bin ich damit groß geworden“. 2000 ist sie in der zweiten GmbH Abbruch und Entsorgung des Hauses aufgegangen. Und die Qualität stimmt. Das bestätigt ihm die Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb alljährlich aufs Neue. Die regionale Nähe zum Inn hat den quirligen Unternehmer auch zum Wasserbau geführt; als Spezialist für Tiefbau versteht er sich schon lange. „Diese Arbeiten“ erklärt er, „fallen uns leicht, weil wir alle Spezialgeräte selbst herstellen. Schließlich betreiben wir seit fünfundzwanzig Jahren eine Schlosserei, sie hat zum Beispiel die Rechenreinigungsmaschinen an den Staustufen selbst entwickelt und gebaut“.

Und in welche Richtung wird es bei den Wasserburgern verstärkt weitergehen? Die Antwort folgt prompt. „ Auf jeden Fall wollen wir das Recycling weiterentwickeln. Wir sind jetzt dran an der Aufbereitung und Vernichtung von elektronischen Datenträgern, also von CD's und Handys. Auch Kunststoffe wollen wir verstärkt wiederherstellen“. Die fünf GmbHs, diejenigen für Tiefbau und Wertstoff sowie Sondermüll folgten im Jahr 2004 bzw. 2000, sind im Besitz der Familie. „Und dabei soll es bleiben“, stellt Simon Zosseder jr. fest. Sein Sohn ist  noch klein. Doch wenn es nach den Vorstellungen der Eltern und des Großvaters geht, wird er eines Tages das Unternehmen leiten.

Ebenso klare Vorstellungen hat Simon Zosseder jr. über die Position seines Unternehmens am Markt. „Wir sind regional und werden regional bleiben. Das heißt, wir versuchen im Landkreis Rosenheim und ein wenig darüber hinaus der Erste zu sein und das gelingt uns auch. Unser Radius liegt in etwa bei 80 bis 85 Kilometer um Spielberg. Die kurzen Wege bei allen Sparten machen uns konkurrenzfähig.“ Stimmige Unternehmensziele und Beschränkung auf die eigenen Möglichkeiten sind zwei Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg. Die anderen lauten fairer Umgang mit Mitarbeitern und Kunden.  „Wir bekommen unsere Leute vor allem durch Mundpropaganda“ sagt er. „Die wissen, hier werden sie anständig behandelt und bekommen ein gutes Gehalt. Zusätzlich bilden wir sie mit Schulungen zu Spezialisten aus. Anzeigen setze ich eher zu Werbezwecken“.

Zosseder ist bei seinen Angeboten nicht immer der Billigste. „Wissen Sie“, erklärt er; „es gibt immer einen Günstigeren. Das Wichtigste ist nicht der Preis. Wir liefern gute Arbeit, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Wenn jemand um neun Uhr anruft und für elf Uhr einen Container braucht, dann schaffen wir das gewöhnlich. Sie sehen ja“, er weist  auf den Empfang neben dem Sitzungsraum, „hier sitzt selbst am Samstag eine Mitarbeiterin. Sie nimmt bis mittags Aufträge an." Das ist möglich, weil Zosseder seine LKWs mittels Telematik punktgenau dirigiert und weil sie über viertausendfünfhundert Container verfügen. Von der 240 Liter Mülltonne bis zum 40 Kubikmeter Container für Altholz. Und hier kommt MEILLER ins Spiel. „ Wir arbeiten seit mehr als vierzig Jahren mit MEILLER zusammen. Warum? MEILLER ist ein zuverlässiger Partner, er liefert die Ersatzteile schnell, unsere „Philosophien“ passen zusammen. Auch hier gilt“, Simon Zosseder jr. scheint diese Aussage wichtig, „MEILLER bietet nicht die günstigsten Aufbauten, aber im Vergleich die Besten. Deshalb haben wir dreiviertel unserer LKWs mit MEILLER Aufbauten ausgerüstet. Für die anderen haben sie nicht das passende Sortiment“.

Seit einigen Jahren hat Simon Zosseder jr. die Zusammenarbeit mit MEILLER noch intensiviert, als er sich mit dem „Brummicenter“ einen Kindheitstraum erfüllte. Weil ihm die Wartung und die Reparatur seiner LKWs durch Dritte auf Dauer zu teuer wurde, hat er vor vier Jahren kurzer Hand in Wasserburg eine große Halle gekauft. Jetzt befinden sich eine Werkstatt, eine Lackiererei und eine Waschanlage darin – für eigene und fremde LKWs. Mittlerweile kommt die Hälfte von außen. „Im Brummicenter bauen wir auch die Aufbauten drauf, die wir oder andere Transportunternehmer benötigen. MEILLER liefert die Aufbauten im Rohzustand, die sind unlackiert, nur der nackte Aufbau. Sie müssen sich das wie einen Bausatz vorstellen. Da gibt es den LKW eines bestimmten Herstellers, dazu kommt der bestellte Aufbau von MEILLER und wir bauen das im Brummicenter zusammen. Genau nach den Vorgaben des Kunden. Bei uns zum Beispiel hat jedes Fahrzeug im Entsorgungsbereich eine geeichte Waage, die kann man nicht von der Stange kaufen. Jetzt bauen wir die selbst ein.“ Nur der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass Zosseder seit zwei Jahren in Wasserburg auch eines von vier bayerischen Zentrallagern für 40.000 Tonnen Streusalz unterhält. Im Herbst verteilt die firmeneigene Flotte dann das Salz in die Region -  selbstverständlich mit Sattelkippern von MEILLER.

Die Kreativität von Simon Zosseder jr. scheint unerschöpflich. Nur den Wahlspruch des Unternehmens „Der oane für ois“ hat nicht er erfunden, sondern ein Mitarbeiter. Aber er passt.

(Autor: Bernhard Greger)